Chemie im Alltag – Wo begegnet Dir Chemie – Ein offenes und studentisch organisiertes Online-Projektlabor Ziel ist der Aufbau eines studentischen Projektlabors Chemie inklusive eines mit den Studierenden organisierten Web-Auftritts für die offene und nachhaltige Dokumentation anwendungsnaher, studentischer Labor- und Lehraktivitäten unter dem Titel „Online-Projektlabor – Chemie im Alltag“.
Die Veranstaltung richtet sich vornehmlich an Studierende in der Studieneingangsphase des Bachelor-Studiengangs Chemie. Gleichzeitig steht die Veranstaltung im freien Wahlbereich allen Studierenden der Technischen Universität Berlin offen und dient dem Aufbau einer Online-Plattform, die allen naturwissenschaftlich Interessierten aus der Gesellschaft die Fragestellungen zur „Chemie im Alltag“ eröffnet. Durch eine intelligente Verknüpfung von Präsenzveranstaltung mit selbst erarbeiteten Lehrinhalten, die die Studierenden für eine Präsentation vor Peers und im WWW aufbereiten, soll der Charakter des forschenden Lernens bereits in der Studieneingangsphase hervorgehoben werden, um gerade in dieser Phase ein Gegengewicht zum formalen Leistungsdruck in den theoretischen Fächern zu setzen. Die erarbeiteten Materialien dienen nachfolgenden Studierendengenerationen als Lehr- und Anschauungsmaterial, so dass ein stetig wachsender Pool entsteht, der das Grundgerüst für eine Online-Lehrveranstaltung bildet.
Die studentischen Lerninhalte entwickeln sich auf diese Weise zu neuen Lehrmaterialien, die unter kreativer Lizenzierung (z.B. creative commons – Nennung der Autoren bei freier nicht gewerblicher Nutzerlizenz) einem breiten Publikum, auch außerhalb der Hochschule, angeboten werden können. Somit kann die Hochschule um neue Studierende werben, aber auch der Gesellschaft die studentischen Erfolge vermitteln und sie über das Internet sogar zur Weiterbildung für alle im Sinne des „Life-long Learning“ zur Verfügung stellen. Ein Großteil der Studierenden entwickelt innerhalb seiner Studienlaufbahn ohnehin viele der Lehr- und Lernmaterialien selbst. Dies reicht von Vorlesungsmitschriften, selbst angefertigten Skripten, Links und Sammlungen von Onlinematerialien über Protokolle, Hausarbeiten, Klausuren und Abschlussarbeiten.
Der Aufbau eines Pools von sog. „Open Educational Resources“ in der Chemie zielt dabei neben den genannten Aspekten von Motivation und Öffentlichkeitswirksamkeit auf eine längerfristige, von Studierenden erarbeitete, multimediale Unterstützung der Lehre in der Chemie. Die Studierenden entwickeln einen eigenen Blog zur Darstellung “Ihre Experiments“. Die Veranstalter sammeln dann die studentische Blogs in einem „Metablog“, der die studentischen Inhalte verlinkt. Auf diese Weise behalten die Studierenden die Hoheit über Ihre Lehrmaterialien und können ggf. ihren Blog auch „abschalten“ insbesondere aber diesen als ihr studentisches Werk betrachten.
Der Metablog der gesamten Veranstaltung sammelt diese Inhalte und stellt sie strukturiert dar. Dies geschieht zunächst durch den Aufbau je einer Seite der wichtigsten Inhalte mit Kurzbeschreibung, Durchführung des Experiments als Video und Protokoll. Diese sollten von den Studierenden unter CC Lizenz „freigegeben“ werden. Anschließend wird der eigene Blog der Studierenden verlinkt, der beliebigen Umfang aufweisen kann. In der Erarbeitungsphase des ersten Semesters entwickeln die Studierenden zunächst aus eigenem Interesse die Fragestellung für ein anwendungsnahes Projekt zu dem Thema „Chemie im Alltag“ und arbeiten hierzu unter Anleitung bzw. Begleitung durch erfahrenes Lehrpersonal ein Konzept aus. In der Best-Practice Phase hören sich die jeweiligen Studierenden der Erarbeitungsphase die Vorstellung von „Best Practice“-Beispielen aus der Präsentationsphase der Studierenden an, die bereits ein Semester weiter sind Parallel zur Teilnahme an der Präsentation der „Best Practice“-Beispiele ihrer vorangehenden Kommilitoninnen und Kommilitonen entwickeln die Studierenden ihre eigenen Inhalte und recherchieren die nötigen Hintergrundinformationen zur Darstellung eines kompakten Experiments mit klarem didaktischem Ziel.
Entscheidend für den Erfolg des Produktionsergebnisses ist die multimediale Produktion. Diese muss deshalb sehr gut geplant und vorbereitet sein und sollte in ein maximal 20-30 minütiges Lehrvideo mit der kompletten Vorführung und Implementierung der begleitenden Materialien zum Versuch einmünden. Die Produktionsphase stellt den Höhepunkt der Erarbeitungsphase dar. Die Studierenden erstellen den Videobeitrag für Ihre Präsentation im Internet und bauen ihren Blog auf. Die entwickelten Inhalte können je nach Kompetenz der Studierenden mit Computer-Simulationen unterstützt und mit Webapplikationen wie Diskussionsforen verknüpft werden. Die Videos sollen gut geschnitten und überarbeitet werden, was sich bis in das zweite Semester hinein erstrecken darf. In der Präsentationsphase erfolgt die Ausarbeitung des Online-Lehr-Moduls: Das Schneiden der Videos und das Verknüpfen mit geeignetem Content ist ein weitreichender und aufwändiger Prozess, iterierend unter Kommunikation mit den Tutoren wird der Blog „vollendet“.
Die Präsentation des Online-Lehr-Moduls vor den Studierenden der ersten Phase läuft zum Abschluss durch die Studierenden der zweiten Phase. Dies geschieht in seminar-ähnlichem Charakter durch eine Vortrags-Präsentation mit anschließender Diskussion. Die Veranstaltung endet mit der Produktion eines e-Books, in dem alle von den Studierenden freigegebenen Inhalte noch einmal zum kompakten download zusammengeführt werden. Die tabellarische Übersicht gibt die zeitliche Strukturierung des studentischen Online-Projektlabors Chemie schematisch wieder. Das akademische Jahr, das hier mit dem Sommersemester beginnt ist durch schwarze Balken abgegrenzt.
In Quartal 1 (2014) beginnt die Vorbereitung und Produktion der Materialien durch den begleitenden Hochschullehrer und seine unterstützenden Lehrkräfte (deshalb rot markiert). Der Beginn der Veranstaltung in Quartal 2 übernimmt mit den „best practice“-Beispielen (1.1) der Erarbeitungsphase diese Inhalte zur Motivation (die beginnende eigentliche Veranstaltung trägt rote Querstreifen). Die gesamte Erarbeitungsphase ist violett hinterlegt, während die spezifizierten Arbeitspakete dazu weißen Hintergrund tragen (ebenso für die Präsentationsphase). Der gesamte Zusammenhang des ersten Durchlaufs der Veranstaltung (eine Studierendengruppe der zweisemestrigen Veranstaltung) ist durch die Querstreifen (linksgestreift für das erste Semester, rechtsgestreift für das zweite Semester) dargestellt, während die Verstetigung im nächsten Durchlauf ein Jahr später kariert angedeutet ist. Es schließen sich die im Antrag spezifizierten Recherche- (1.2), Konzeptions- (1.3) und Produktionsphasen (1.4) an. Punkt 1.4 reicht bewusst in die vorlesungsfreie Zeit und das kommende Semester der Präsentationsphase, um den Studierenden Freiraum und Zeit zu geben. Mit der beginnenden Ausarbeitungsphase im 4. Quartal (Oktober 2014) übergeben die Studierenden ihr Wissen an das verantwortliche Lehrpersonal (gestrichelte schwarze Linie), welches den Syllabus (2.3) zusammenstellt und daraus später auch ein e-Book erstellt. Die überwiegende (fast ausschließliche) Verantwortlichkeit des Lehrpersonals ist durchgehend rot hinterlegt. Mit der Vorstellung (2.2) müssen die Studierenden zum Ende des zweiten Semesters noch eine Weile in Q2 2015 tätig sein, um ihre Ergebnisse als „best practice“-Beispiele an den folgenden Kurs weiterzugeben. Zur klaren Darstellung des Finanzierungsbedarfs markieren die blauen Balken der letzten beiden Zeilen noch einmal die Phase der beantragten Anschubfinanzierung und die Phase der Verstetigung durch die TU Berlin, die sich dann auch nach Quartal 3 (2015) stetig fortsetzt.
Ein bedeutendes Merkmal dieser Veranstaltung ist die Tatsache, dass quasi Online-und Präsenzphasen (wie in der Abbildung gekennzeichnet) parallel laufen. Es gibt durchweg außer im ersten Quartal eines Jahres Präsenzveranstaltungen zu einem festen Termin in der Woche. Beginnend mit dem Start des Sommersemesters ist dies vom Charakter her ein Seminar. Im Sommer weicht dies auf und kann auch zu individuell vereinbarten Terminen mit Tutorinnen und Tutoren zur Unterstützung in der Produktionsphase übergehen. Ein Termin in der Woche von ca. 2 h zur Darstellung des Fortschritts ist jedoch obligatorisch. In den Präsenzphasen werden die aufgebauten Inhalte im web begutachtet und Aufgaben bis zum nächsten Präsenztermin vergeben.